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#8 Frei­tags­blog: Finanz­pla­nung ist das hal­be (Start­up-) Leben

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Ein zen­tra­les The­ma mit dem sich unse­re Star­tups im Lau­fe der Volu­me befas­sen und mit uns gemein­sam erar­bei­ten, ist die Finan­zie­rung. Ein ewi­ges The­ma — fast wie ein Man­tra: nach der Finan­zie­rungs­run­de ist vor der Finan­zie­rungs­run­de. Und die Liqui­di­tät ist fast immer knapp.

Einem Start­up ste­hen eine gan­ze Rei­he an Finan­zie­rungs­quel­len offen. Zum Start sind Eigen­mit­tel unum­gäng­lich. Es gibt aber zum Glück ein gut aus­ge­bau­tes För­der­um­feld für inno­va­ti­ons­ge­trie­be­ne Star­tups. Die­ses stellt in der Regel die ers­te exter­ne Finan­zie­rung zur Ver­fü­gung. Dazu kom­men dann schnell und inzwi­schen auch hier­zu­lan­de durch­aus gän­gig, Mit­tel von pri­va­ten Investor*innen. Damit sind wir in der Kate­go­rie Risi­ko­ka­pi­tal. Busi­ness Angel über­neh­men (frü­hes) Risi­ko und bekom­men dafür im Nor­mal­fall Antei­le am Unter­neh­men. Wer­den die Finan­zie­rungs­be­dar­fe höher (> 1 Mio.), geht es in Rich­tung insti­tu­tio­na­li­sier­ter Inves­to­ren, oft sind es Ven­ture Capi­tal Fonds. Auch Ban­ken spie­len eine Rol­le, sei es als Spar­ring Part­ner beim Scree­ning der För­der­mög­lich­kei­ten als auch bei den ers­ten Schrit­ten Rich­tung Fremd­ka­pi­tal-Finan­zie­rung. Hier kön­nen wir emp­feh­len mit Mar­ti­na Hölzl (Star­tups & Digi­ta­liz­a­ti­on) von der TATEN­Bank Kon­takt aufzunehmen.

Es gibt also nicht die eine Quel­le, die alle Finan­zie­rungs­pro­ble­me löst. Es braucht immer einen Mix.

Pla­nung ist das hal­be (Start­up-) Leben. 

Eine aktu­el­le und rea­lis­ti­sche Finanz­pla­nung ist eine wich­ti­ge Grund­la­ge für eine erfolg­rei­che Finan­zie­rung. Das hat meh­re­re Gründe.

I. Pla­nung der Finanzierung

Der offen­sicht­li­che Grund für eine Finanz­pla­nung: Wann brau­che ich wie­viel Liqui­di­tät? Ein Mile­ston­e­plan für die Finan­zie­rung ist die Basis, um recht­zei­tig pas­sen­de Mit­tel zu akqui­rie­ren, egal ob För­de­rung oder Risi­ko­ka­pi­tal. Jedes Finan­zie­rungs­in­stru­ment hat sei­nen idea­len Ein­satz­zeit­punkt. Und jedes hat eine Vor­lauf­zeit — typi­scher­wei­se soll­te man mit 5 bis 6 Mona­ten rech­nen. Eine früh­zei­ti­ge Pla­nung sowie eine regel­mä­ßi­ge Aktua­li­sie­rung des Finanz­plans ist unum­gäng­lich, um den lau­fen­den finan­zi­el­len Rah­men stets im Blick zu haben. Zu kurz­fris­ti­ge erkann­te Finan­zie­rungs­be­dar­fe sind ein bedroh­li­ches Pro­blem für Startups.

II. Prio­ri­tä­ten identifizieren

Was sind die Trei­ber im Geschäfts­mo­dell? Wo sol­len Prio­ri­tä­ten gesetzt wer­den? Das kann auch über die Finanz­pla­nung iden­ti­fi­ziert wer­den. Mit dem Auf­bau eines zum Unter­neh­men pas­sen­den Kenn­zah­len­sets, kann man ein gutes Steue­rungs­in­stru­ment eta­blie­ren, um dadurch ein ent­spre­chen­des Gefühl für das Geschäfts­mo­dell zu entwickeln.

III. Kom­mu­ni­ka­ti­on in Rich­tung Partner

Letzt­end­lich geht es auch um ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tool. Ein Start­up das sei­ne Zah­len im Griff und eine ver­trau­ens­er­we­cken­de Finanz­pla­nung hat, dem wird auch Ver­trau­en geschenkt. Adres­sa­ten sind hier För­der­ge­ber, (poten­zi­el­le) Investor*innen sowie Banken.

Im Foun­der-Team soll­te jeder die Eck­punk­te ken­nen. Eine/r muss aber dafür ver­ant­wort­lich sein, dass die Finanzplanung/Liquiditätsplanung immer am Punkt ist.

Die gute Nach­richt ist, dass eine Finanz­pla­nung kei­ne „Rake­ten­wis­sen­schaft“ ist und man dafür auch nicht Wirt­schafts­wis­sen­schaf­ten stu­diert haben muss. Es reicht fürs Ers­te zah­len­mä­ßi­ger Haus­ver­stand und eine gewis­se Lie­be zu Excel 😊, den Rest kann man sich erar­bei­ten und mit Expert*innenwissen ergänzen.

Auch hier gibt es ein paar Grund­re­geln, die beach­tet wer­den sollten.

I. Zuerst Geschäfts­mo­dell dann Finanzplanung

Bevor man in die Finanz­pla­nung ein­taucht, soll­te das Geschäfts­mo­dell stehen:

II. Keep it simple

Eine Pla­nung soll­te ein­fach und nach­voll­zieh­bar sein. Wenn man Pro­ble­me hat sie selbst zu ver­ste­hen oder sie ande­ren zu erklä­ren, dann geht es in die fal­sche Rich­tung. Eine ein­fa­che Pla­nung erleich­tert es auch die­se aktu­ell zu hal­ten, das ist einer der wesent­lichs­ten Punk­te. Eine Finanz­pla­nung, die nicht mehr aktu­ell ist, ver­liert kla­rer­wei­se an Wert.

III. Kei­ne Scheingenauigkeit

Gera­de am Anfang gilt: bes­ser grob rich­tig als super detail­liert falsch. Die Erkennt­nis­se aus der Pla­nung wer­den nicht bes­ser, wenn man exakt in die fal­sche Rich­tung rech­net. Fünf Jah­re in die Zukunft Kos­ten­po­si­tio­nen im Cent Bereich zu berech­nen bringt wenig, wenn man die wesent­li­chen Stell­schrau­ben falsch einschätzt.

Wich­tig ist es kei­ne Scheu vor den Zah­len zu haben und die Beschäf­ti­gung damit zu inter­na­li­sie­ren wie das täg­li­che Zäh­ne­put­zen. Dann ist die rich­ti­ge Basis gelegt und es kann zumin­dest bei die­sem The­ma kei­ne unlieb­sa­men Über­ra­schun­gen geben.

Ver­fas­ser: 

Bern­hard Weber, Mana­ging Direc­tor vom UNICORN – Start­up & Inno­va­ti­on Hub

 

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