#7 Freitagsblog: 5 Basis-Überlegungen für einen erfolgreichen Pitch

Der Pitch ist das A & O bei der Präsentation eines jeden Startups. Am Anfang kennt dich keiner, und mit einem guten Pitch kannst du schnell erklären was du machst, was du erreichen willst, und was du suchst. Viele Coaches leisten hervorragende Arbeit, wenn es darum geht die Fähigkeit der Selbstpräsentation der Startups zu verbessern. Meist finden diese Coachings anlässlich eines Events statt, was für diese eine Gelegenheit zu einem guten Ergebnis führt. Leider jedoch, übersehen viele Startups einige Basis-Überlegungen die dafür sorgen, dass pitchen jedes Mal klappt.

In diesem Artikel möchte ich daher 5 Basis-Überlegungen mitgeben, die Startups beachten sollten um langfristig und nachhaltig erfolgreich zu pitchen.

1. Was für ein Pitch (Alter)?

Immer ist die Rede von ‘“Dem Pitch”. “Dein Pitch war super!” “Schick mir mal deinen Pitch.” “ Wir pitchen morgen bei [beliebiger großer Konzern].” Jeder dieser Aussagen beschreibt aber eine andere Situation, der einen anderen Pitch bedarf. Das Pitch-Event benötigt Inspiration, das Versand-Deck bedarf Selbst-Erklärung, und der Corporate-Auftritt wird Zahlen und Fakten beinhalten müssen. Bedenke also, es gibt nicht nur einen Pitch. Dein Startup muss einen Pitch für jede Gelegenheit und Situation auf Lager haben. Musst du / darfst du pitchen, dann überlege dir zuerst für wen / vor wen / für was? Also was für ein Pitch. Wird es eine klassische einmalige “zwischen Tür und Angel”-Geschichte, oder 3 Minuten auf einer Bühne? Hören dir Investoren, mögliche Kooperationspartner oder mögliche Teammitglieder zu? Und was willst du erreichen?

2. Dein Slide Deck ist eine visuelle Unterstützung

Wenn es um einen Bühnen-Pitch geht, wird jeder von uns sich hinsetzen die PowerPoint starten und drauf los designen. Bei einem Pitch auf einer Bühne bist du aber Erzähler. DU musst deine GESCHICHTE erzählen. Niemand im Publikum will in diesem Moment etwas lesen. Ganz schlimm wird es wenn übervolle Slides, viele Wörter enthalten, und diese abweichen von dem was gesprochen wird. Da wird sich kaum einer auf eine deiner Informationsquellen konzentrieren können. Betrachte die Slides daher als eine visuelle Unterstützung deiner Geschichte. DIR müssen die Leute zuhören. Zeigen kannst du dabei höchstens bestärkende Visuals oder Schlagwörter und Zahlen die deiner Geschichte Struktur und Ordnung verleihen.

3. InvestorInnen investieren in GründerInnen und deren Teams

Beim Produkt sind viele Startups spitze. Da kennen sie sich aus, und hier gilt eher weniger ist mehr. Wenn es um die Darstellung der GründerInnen und das Team geht, passieren oft die sonderbarsten Dinge. Von Erwähnung der Volksschule bis zur Darstellung als Comics habe ich schon alles gesehen. Wenn der Pitch an InvestorInnen gerichtet ist, sollte dieser Teil aber der beste Teil des Pitches sein. Viele InvestorInnen sind nämlich der Meinung, dass eine gute Idee mit einem schlechten Team nicht zum Erfolg kommt, aber schlechte Ideen mit einem guten Team sehr wohl erfolgreich werden kann. Wenn es ums Geld geht, dann richte deine kreative Leistung bei der Erstellung des Pitches also eher auf die GründerInnen und das Team.

4. Wenn du pitcht, musst du trotzdem “zuhören”

Der beste Pitch ist der, der ankommt. Sollten deine ersten Zeilen also ins Leere gehen, ist es besser wenn du nicht so weitermachst. Gute Pitcher haben Alternativen auf Lager und können je nach Publikum oder GesprächspartnerInnen zwischen Varianten eines Pitches umschalten. Die Voraussetzung, um das tun zu können, ist, dass du den Bedarf an einen anderen Ansatz registrierst. Sei also aufmerksam für Signale deines Gegenübers oder beobachte Reaktionen des Publikums. Das ist schwierig, weil es Multitasking-Fähigkeit erfordert. Aber, hey, du bist GründerIn, also “Multitasking is your middle name”!

5. Pitche nie nutzlos

Mein persönlich größter Fehler, ist dass ich einfach überall gepitcht habe, bei jeder Gelegenheit. Das hat mich vom eigentlichen Ziel abgelenkt: mein Produkt fertigzustellen. Jede Event-Organisation und jede Gelegenheit stellt sich als der Launchpad da. Aber deine eigene Erfahrung sollte dir schon verklickern, dass dies erstens meist nicht der Fall ist und zweitens echte InteressentInnen mehrere Touchpoints brauchen, bevor du sie überzeugen kannst. Diese einmalige Gelegenheit gibt es also kaum. Deswegen ist es sehr wichtig abzuwägen was du mit genau diesem Pitch eigentlich erreichen willst, und kannst. Brauchst du InvestorInnen, aber sind keine InvestorInnen im Publikum zu erwarten? Oder suchst du KundInnen, pitcht du aber vor andere GründerInnen… Dann kannst du nochmals überlegen wie wichtig die Gelegenheit FÜR DICH tatsächlich ist. Viele Gelegenheiten, um zu pitchen sind nämlich durchaus nur zur Unterhaltung gedacht, und dein Startup ist, zumindest dir, Todernst.

Wenn du diese 5 Basis-Überlegungen berücksichtigst bevor du zur PowerPoint greifst, kannst du sicher sein, dass du bei deinem Publikum besser ankommst. In diesem Satz steckt mehr drinnen als du glaubst. Wie und Warum, das erfahren alle die im Rahmen der Gründungsgarage am Pitch Development Workshop teilnehmen.

Verfasser: 

Jasper Ettema, Portfolio Manager bei Kavedon Kapital und Gründer von JET Growth

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