#26 Frei­tags­blog: Stra­te­gi­sches Fail­u­re Manage­ment: Schei­tern als Tool

Fail fast, fail often — die­sen Slo­gan hat jeder Grün­der schon ein­mal gehört. Das bewähr­te Model, über geschei­ter­tes Grün­den und neue Lebens­er­fah­rung irgend­wann zum erfolg­rei­chen Grün­der zu wer­den, hat sich aus dem Sili­con Val­ley bis zu uns nach Euro­pa durch­ge­setzt. Beson­ders bewährt ist die­ser Ansatz in früh­pha­si­gen Star­tups, dann wenn ver­lo­ren gegan­ge­ne, inves­tier­te Res­sour­cen im Ver­hält­nis zum indi­vi­du­el­len Lear­ning ste­hen, dann macht Schei­tern Sinn.

Wenn du aber schon unver­hält­nis­mä­ßig mehr Zeit, Ener­gie, Res­sour­cen und ande­re Menschen/Mitarbeiter invol­viert hast, scheint die fail fast Metho­de schon weni­ger bekömm­lich. Ein Kind das Fahr­rad fah­ren lernt, muss durch her­un­ter­fal­len Erfah­rung sam­meln. Das Risi­ko sich beim Ver­sa­gen zu ver­let­zen, ist aber beim Down­hill Racing um eini­ges höher.

Wie kön­nen wir uns also, die gute Tugend des Schei­terns bewah­ren, ohne unbe­dingt schei­tern zu müs­sen? Klingt uto­pisch, ist aber genau der rich­ti­ge Ansatz.

Unse­re euro­päi­sche Gesell­schaft lehnt Schei­tern und Geschich­ten vom Schei­tern größ­ten­teils ab. Schei­ter-Gesprä­che sind kein Punkt auf unse­rer Agen­da. Viel­mehr jedoch Zie­le, to-dos, KPIs. Wenn jedoch jeder solch aus­dif­fe­ren­zier­ten Zie­le hat, ein fabel­haf­tes pro­ject manage­ment to-do Tool und einen effi­zi­en­ten KPI tra­cker, war­um sind dann nicht alle Unter­neh­men gleich erfolgreich?

Ein klei­nes Ele­ment, wel­ches sich auch im Sili­con Val­ley ent­wi­ckelt hat, ist jedoch noch nicht ganz zu uns durch­ge­drun­gen. Es han­delt sich um die Fra­ge mit wel­chem Approach wir unser Unter­neh­men füh­ren wol­len. Ent­wi­ckeln wir Han­dys wie Sam­sung und Co oder arbei­ten wir an einem Gerät, das unse­ren Kun­den das Gefühl von Selbst­wert gibt, das einen Life­style reprä­sen­tiert, das Com­mu­ni­ty schafft. Genau die­ser Approach der Pro­dukt­ent­wick­lung hat Apple zum Markt­füh­rer gemacht.

Ein wei­te­rer Approach, und damit kom­men wir aufs The­ma zurück, ist sein Unter­neh­men mit einem star­ken fail­u­re mind­set aus­zu­stat­ten. Was bedeu­tet das? Jede stra­te­gi­sche Ent­schei­dung, jedes Pro­jekt, jede Abwä­gung für oder gegen einen Inves­tor und jede Pro­dukt­ent­wick­lung hat eine vor­an­ge­gan­ge­ne Fra­ge: „What would cau­se this to fail?“. Bevor wir also lan­ge Zie­le und pro­duct fea­tures auf­lis­ten, stel­len wir uns die Fail­u­re Fra­ge first und ent­de­cken Hin­der­nis­se die über­wun­den wer­den müssen.

Mit die­sem neu­en Ansatz, stra­te­gi­sches fail­u­re manage­ment zu betrei­ben, schafft man in weni­gen Minu­ten so viel Klar­heit, Prio­ri­tä­ten und inter­ne Abstim­mung wie mit kei­ner to-do Lis­te die­ser Welt. Wenn wir Schei­tern zum Tool machen, kön­nen wir Schei­tern verhindern.

Die­se Metho­de ist unter ande­rem auch bekannt als pre-mor­tem metho­do­lo­gy und wird von zahl­rei­chen Uni­ver­si­tä­ten an Lea­der der Zukunft gelehrt. McK­in­sey und ande­re haben sie sich schon zu eigen gemacht und es ist höchs­te Zeit, dass auch jeder Grün­der auf dem Weg ein­fluss­rei­che Unter­neh­men und Pro­duk­te zu ent­wi­ckeln, dies mit einem Fail­u­re Mind­set tut.

priio.com ist die welt­weit ers­te, digi­ta­li­sier­te Ver­si­on der pre-mor­tem Metho­de und steht jedem Unter­neh­mens­grün­der zur ein­fa­chen Anwen­dung des Fail­u­re Mind­sets zur Ver­fü­gung. Becau­se we can actual­ly #beat­fail­u­re

Ver­fas­ser:

Tre­vor Hub­bard, Glo­bal CEO But­cher­shop in US, Euro­pe and Mexico

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