#30 Frei­tags­blog: Star­tups & Cor­po­ra­tes — Wie gelingt eine erfolg­rei­che Zusammenarbeit?

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Für Start-up-Gründer:innen, die inno­va­ti­ve Pro­duk­te und Lösun­gen schaf­fen oder neue Arbeits­wei­sen ent­wi­ckeln wol­len, kann die Zusam­men­ar­beit mit einem Unter­neh­men ein her­vor­ra­gen­der Aus­gangs­punkt für die Wei­ter­ent­wick­lung sein. Das­sel­be gilt für Cor­po­ra­tes, denn die Zusam­men­ar­beit mit Star­tups birgt ein hohes Poten­ti­al, um Inno­va­tio­nen schnell und kun­den­zen­triert auf den Markt zu brin­gen. Um die Vor­tei­le für bei­de Sei­ten lang­fris­tig nutz­bar zu machen, ist es not­wen­dig Part­ner­schaf­ten gezielt zu ent­wi­ckeln. Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Unter­neh­men und Start-ups erfor­dert, wie jede ande­re Zusam­men­ar­beit, ein Ler­nen auf bei­den Sei­ten.

 

  • Wie das funk­tio­niert und wie ihr das als Start-up stra­te­gisch betrei­ben könnt?

Ein wich­ti­ger Punkt ist Empa­thie! Wor­auf fokus­siert man sich im Unter­neh­men, wie sieht das Geschäfts­mo­dell aus und wer sind die Ent­schei­dungs­trä­ger: innen? Gro­ße Unter­neh­men haben sich am Markt eta­bliert, ver­fü­gen über Erfah­rung, Know-How und defi­nier­te Leis­tungs­pro­zes­se, um Sta­bi­li­tät und Qua­li­tät gewähr­leis­ten zu kön­nen. Expe­ri­men­tie­ren steht nicht an der Tages­ord­nung, son­dern geplan­te Abläu­fe geben den Ton an. Für Start-ups ist das Gegen­teil der Fall. Neue Din­ge schnell aus­zu­pro­bie­ren ist über­le­bens­not­wen­dig, um reagie­ren zu kön­nen und ein geeig­ne­tes Geschäfts­mo­dell zu fin­den. Auch wenn nicht jedes Unter­neh­men gleich ist und in vie­len Groß­un­ter­neh­men auch ein Maß an Fle­xi­bi­li­tät gege­ben ist, ist es wich­tig die DNA eines Unter­neh­mens, mit dem ihr zusam­men­ar­bei­ten möch­tet, zu verstehen.

 

  • Erst­kon­takt, was gilt es zu beachten?

Sucht in eurem eige­nen Netz­werk nach Ansprech­per­so­nen, die im Unter­neh­men arbei­ten, besucht Ver­an­stal­tun­gen, auf denen das Unter­neh­men ver­tre­ten ist oder hal­tet Aus­schau nach Open Inno­va­ti­on oder Start-up Ver­ant­wort­li­chen, die euch mit den rich­ti­gen Ansprech­per­so­nen ver­net­zen kön­nen. Wenn du jeman­den erreicht hast, pitch ihm dei­ne Idee, aber ver­giss nicht zuzu­hö­ren und Fra­gen zu stel­len, um das Unter­neh­men bes­ser zu ver­ste­hen. Gera­de Ver­an­stal­tun­gen bie­ten die idea­le Chan­ce sich unge­zwun­gen aus­zu­tau­schen und mög­lichst viel zu erfah­ren. Kennst du die aktu­el­len Pro­blem­stel­lun­gen, fällt es dir im nächs­ten Schritt leich­ter geziel­te Lösun­gen mit dei­nem Ange­bot zu finden.

 

  • Bei­de Sei­ten müs­sen sich die Fra­ge stel­len, was ist der Mehrwert?

Eine Koope­ra­ti­on funk­tio­niert immer dann, wenn bei­de Sei­ten einen kon­kre­ten Mehr­wert sehen und gemein­sam eine Visi­on für die Zukunft ent­wi­ckeln. Auch wenn anfangs noch nicht klar ist wie die­se erreicht wer­den kann, ist es wich­tig Erwar­tun­gen und Her­aus­for­de­run­gen ehr­lich zu kom­mu­ni­zie­ren. Eine offe­ne und trans­pa­ren­te Kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Basis damit sich eine lang­fris­ti­ge Part­ner­schaft ent­wi­ckeln kann.

Wenn hin­sicht­lich des gemein­sa­men Mehr­werts ein Com­mit­ment erzielt wur­de, ist ein wei­te­rer wich­ti­ger Schritt die gemein­sa­me Defi­ni­ti­on der Spiel­re­geln, also der Rah­men­be­din­gun­gen, Zusam­men­ar­beit und des Startpunkts.

Oft nei­gen Cor­po­ra­tes dazu eine 120% Lösung ent­wi­ckeln zu wol­len und Start-ups dazu erst­mals einen Pro­to­typ zu bau­en. Rom ist nicht an einem Tag erbaut wor­den und eure gemein­sa­me Visi­on lässt sich mit hoher Wahr­schein­lich­keit auch nicht sofort umset­zen. Ver­sucht einen sinn­vol­len ers­te Pilo­ten zu erar­bei­ten, der euch hilft, ers­te Annah­men, die eurer Visi­on ent­spre­chen, zu tes­ten. Ach­tet dar­auf, die Rah­men­be­din­gun­gen für die­sen Pilo­ten auf­zu­lis­ten und gemein­sam zu bespre­chen. Stol­per­stei­ne kön­nen in der inter­nen IT, der Rechts­ab­tei­lung oder auch im wei­te­ren Ent­schei­dungs­pro­zess lie­gen. Um letz­te­ren zu ver­ein­fa­chen, ist es wich­tig sinn­vol­le KPIs zu set­zen. Auch für den eige­nen Ent­schei­dungs­pro­zess sind die­se maß­geb­lich, denn sie kön­nen hel­fen, die Reiß­lei­ne früh­ge­nug zu zie­hen, anstatt noch wei­te­re Zeit und Res­sour­cen in den Auf­bau einer Part­ner­schaft zu ste­cken, die nicht ziel­füh­rend ist. Ach­tet dar­auf, Unter­schie­de in der Arbeits­wei­se anzu­spre­chen. Hast du das Gefühl das Unter­neh­men ist in sei­nen Pro­zes­sen und Ent­wick­lun­gen starr und möch­te die Zusam­men­ar­beit bis ins kleins­te Detail pla­nen und fest­le­gen, ihr ent­wi­ckelt eure Lösung aber ite­ra­tiv und möch­tet sie abhän­gig vom Feed­back wei­ter­ent­wi­ckeln, sprich es an. Ver­su­che die Unter­schie­de und Vor­tei­le auf­zu­zei­gen, denn nur so ist es mög­lich eine gemein­sa­me Her­an­ge­hens­wei­se zu defi­nie­ren. Unter­schie­de tot zu schwei­gen, führt in den wenigs­ten Fäl­len zum Erfolg.
Eine Zusam­men­ar­beit kann nur funk­tio­nie­ren, wenn bei­de Sei­ten auf Augen­hö­he mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Zudem ist es wich­tig Struk­tu­ren zu schaf­fen, die Kol­la­bo­ra­ti­on und gegen­sei­ti­gen Aus­tausch ermöglichen.

Ziel ist es ja, Unter­schie­de zum gemein­sa­men Erfolg zu machen!

Ver­fas­se­rin:

Vik­to­ria Ilger; Cor­po­ra­te Inno­va­tor Creators Expe­di­ti­on - AVL Graz

 

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