#17 Frei­tags­blog: “Unter­neh­me­risch Den­ken und Han­deln” — Entre­pre­neurs­hip an der Tech­ni­schen Universität

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Unter­neh­me­ri­sches Den­ken wird an der TU Graz groß geschrie­ben: zahl­rei­che Mit­ar­bei­ten­de und Stu­die­ren­de ent­wi­ckeln Unter­neh­mens­ideen, grün­den Start-ups und set­zen inno­va­ti­ve Ideen in die Tat um.

In Öster­reich wer­den zahl­rei­che Maß­nah­men ange­bo­ten, um Entre­pre­neurs­hip-Akti­vi­tä­ten im Bil­dungs­be­reich zu för­dern. Aus Unter­su­chun­gen geht her­vor, dass Men­schen nicht als Unter­neh­me­rin oder Unter­neh­mer gebo­ren wer­den, son­dern dass Kul­tur, Bil­dung und Aus­bil­dung eine wesent­li­che Rol­le bei der Gestal­tung von inno­va­ti­vem und unter­neh­me­ri­schem Ver­hal­ten spielen.

Uni­ver­si­tä­ten neh­men bei der Aus­bil­dung und Ent­wick­lung der nächs­ten Genera­ti­on von Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mern eine immer wich­ti­ge­re Rol­le ein. Dies wird in zahl­rei­chen Stu­di­en deut­lich, in denen Uni­ver­si­tä­ten als wich­ti­ge Pro­mo­to­ren zwi­schen den Akteu­ren in unter­neh­me­ri­schen Öko­sys­te­men genannt wer­den.* Neben ihrem Lehr- und For­schungs­auf­trag ver­fol­gen soge­nann­te unter­neh­me­ri­sche Uni­ver­si­tä­ten auch eine Third Mis­si­on in Form von För­de­run­gen unter­neh­me­ri­scher Aktivitäten.

Unter­neh­me­ri­sche Uni­ver­si­tä­ten begüns­ti­gen den Trans­fer von Tech­no­lo­gien und Inno­va­tio­nen und för­dern damit die Ent­wick­lung uni­ver­si­tä­rer Start-ups und Spin-offs. Uni­ver­si­tä­ten, die unter­neh­me­ri­sches Den­ken und Han­deln aktiv för­dern stär­ken die regio­na­le Wirt­schaft, indem die dar­aus her­vor­ge­hen­den Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer Arbeits­plät­ze schaf­fen und zunächst auch selbst einen Arbeits­platz erlangen.

Wei­ters geben unter­neh­me­ri­sche Uni­ver­si­tä­ten wich­ti­ge Impul­se in der Vor­grün­dungs- und Moti­va­ti­ons­pha­se und unter­stüt­zen grün­dungs­wil­li­ge Stu­die­ren­de und wis­sen­schaft­li­che Bediens­te­te durch ihr umfang­rei­ches Kontaktpotenzial.

Unter­neh­me­ri­sches Den­ken und Han­deln wird auch an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz groß­ge­schrie­ben, was dazu führt, dass zahl­rei­che Stu­die­ren­de und Mit­ar­bei­ten­de Geschäfts­ideen ent­wi­ckeln, Start-ups grün­den und somit inno­va­ti­ve Ideen in die Tat umsetzen.

An der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz kön­nen sich grün­dungs­af­fi­ne Stu­die­ren­de und Mit­ar­bei­ten­de in viel­fäl­ti­ger Wei­se auf ihre Selbst­stän­dig­keit vor­be­rei­ten. Neben Lehr­ver­an­stal­tun­gen bie­tet die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Graz auch Entre­pre­neurs­hip-Zer­ti­fi­ka­te sowie Unter­stüt­zungs­pro­gram­me und ‑initia­ti­ven in jeder Pha­se des Grün­dungs­le­bens­zy­klus an. Eine Über­sicht sämt­li­cher Leis­tungs­an­ge­bo­te, die an der TU Graz im Bereich Entre­pre­neurs­hip ange­bo­ten wer­den, fin­det sich unter: gruenden.tugraz.at

Ein wesent­li­ches Leis­tungs­an­ge­bot der ver­schie­de­nen Unter­stüt­zungs­pro­gram­me und ‑initia­ti­ven aus dem aka­de­mi­schen Umfeld besteht auch aus dem geziel­ten Coa­ching von Gründungsteams.

Die­ser Umstand macht Coa­ches gera­de in der (Vor-) Grün­dungs­pha­se zu wert­vol­len Part­nern, die mit ihrer Erfah­rung maß­geb­lich zur Unter­neh­mens­ent­wick­lung bei­tra­gen und Grün­dungs­teams „Hil­fe zur Selbst­hil­fe“ anbie­ten. Coa­ches, aber auch Men­to­rin­nen und Men­to­ren, die in ihrer Rol­le als Prozess[1]und Lern­be­glei­ter sowie Rat­ge­ber und „Spar­ring-Part­ner“ auf­tre­ten, über­neh­men eine gro­ße Ver­ant­wor­tung, da sie Ver­hal­tens­wei­sen von ein­zel­nen Per­so­nen aber auch gan­zen Teams ver­än­dern und ver­bes­sern kön­nen. Grün­dungs­teams wer­den dabei von den Fähig­kei­ten des Coa­ches „geformt“, um folg­lich eine bes­se­re Unter­neh­mens­per­for­mance zu erzielen.

Doch was macht ein gutes Coa­ching aus, sodass Stu­die­ren­de und wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­ten­de an Uni­ver­si­tä­ten maxi­mal davon profitieren?

Aus­gangs­punkt eines jeden Coa­chings ist die Fest­le­gung und Ver­schrift­li­chung von Zie­len und bis wann die­se erreicht wer­den sol­len. Die Ver­schrift­li­chung von Zie­len in Form einer Ziel­ver­ein­ba­rung macht das ange­peil­te Ziel ver­bind­lich und ermög­licht die Mes­sung des Erfolgs.

Die nächs­te grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung für ein erfolg­rei­ches Coa­ching ist die Schaf­fung einer ange­neh­men Atmo­sphä­re sowie der Begeg­nung auf Augen­hö­he. Es emp­fiehlt sich zu die­sem Zweck spe­zi­el­le Räum­lich­kei­ten wie bei­spiels­wei­se Entre­pre­neurs­hip-Labs zu nut­zen, in denen krea­ti­ve Denk­pro­zes­se begüns­tigt wer­den und eine ent­spre­chen­de Aus­stat­tung vor­han­den ist, um inno­va­ti­ve Geschäfts­mo­del­le zu ent­wi­ckeln. In einem sol­chen Set­ting wird auch das Ver­trau­en sei­tens des Grün­dungs­teams in den Coach gestärkt, um offen über die eige­ne Geschäfts­idee reden zu können.

Ein wei­te­rer Punkt, der im Rah­men eines Coa­chings ein­ge­hal­ten wer­den soll, ist die regel­mä­ßi­ge Mit­tei­lung über Ergeb­nis­se sowie erreich­te Mei­len­stei­ne sei­tens des Grü­nungs­teams. Damit erken­nen bei­de Sei­ten, dass die im Coa­ching erlern­ten (theo­re­ti­schen) Model­le und Metho­den auch in der Pra­xis erfolg­reich umge­setzt wur­den und sich das Grü­nungs­team auf dem rich­ti­gen Weg befin­det. Die Ein­bin­dung von Bei­spie­len aus der Pra­xis ist ein zen­tra­ler Bestand­teil eines jeden Coa­chings und eig­net sich her­vor­ra­gend, das theo­re­tisch Erlern­te zu ergänzen.

Bei einem Coa­ching ler­nen aber nicht nur die Grü­nungs­team von den Erfah­run­gen des Coa­ches, son­dern auch umge­kehrt. In Gesprä­chen mit einem Grü­nungs­team lernt auch der Coach etwas dazu und kann die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se zur Ver­bes­se­rung der part­ner­schaft­li­chen Zusam­men­ar­beit nutzen.

Das von­ein­an­der Ler­nen setzt eine offe­ne Feed­back­kul­tur vor­aus, damit Din­ge wert­frei ange­spro­chen wer­den und beim Gegen­über nicht zu einer Abwehr­hal­tung füh­ren. Vor­ab defi­nier­te Feed­back­re­geln, die in beid­sei­ti­gem Ein­ver­ständ­nis fest­ge­legt wer­den, ermög­li­chen eine fai­re und respekt­vol­le Dis­kus­si­on. Schließ­lich sind es der Ver­än­de­rungs­wil­le und die Lern­be­reit­schaft, die aus einer vagen Geschäfts­idee ein trag­fä­hi­ges Geschäfts­mo­dell machen.

Die Schaf­fung und Ein­hal­tung die­ser Vor­aus­set­zun­gen stel­len die Grund­la­ge für ein erfolg­rei­ches Coa­ching dar und ermög­li­chen eine ziel­ge­rich­te­te Unter­stüt­zung uni­ver­si­tä­rer Grün­dungs­teams auf ihrer unter­neh­me­ri­schen Reise.

 

* Ecker, B., Welp-Park, E., Gogo­la, G., Dan­ler, C., & Hans, P. (2019). Die Entre­pre­neu­ri­al Agen­da an Öster­reichs
Hoch­schu­len Ent­wick­lun­gen, Akti­vi­tä­ten und Vor­ha­ben — eine Bestand­auf­nah­me.
https://www.bmbwf.gv.at/dam/jcr:44c86244-a211-4c7f-a91f-6bad106e5d74/HEInnovate_Background%20Report_Entrepreneurial%20Agenda_ 20191125_final_barrierefrei.pdf

 

Ver­fas­ser:

Mar­tin Gli­nik, Insti­tut für Unter­neh­mungs­füh­rung und Orga­ni­sa­ti­on, Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Graz

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