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#40 Frei­tags­blog: High Per­for­mance – die logi­sche Kon­se­quenz, wenn die Weis­heit der Vie­len genutzt wird

High Performance_Team FSF

Der Titel mag eini­gen befremd­lich erschei­nen. High Per­fo­mance und Vie­le, die gemein­sam etwas vor­an­brin­gen? Team­work? Viel­leicht sogar noch demo­kra­ti­sche Übereinkünfte?

Mein beruf­li­cher Hin­ter­grund oder bes­ser gesagt die Basis sind die dar­stel­len­den Küns­te. Und jetzt bin ich als Lea­ders­hip Coach für Krea­ti­vi­tät, Inno­va­ti­on, sowie wirk­sa­me Kom­mu­ni­ka­ti­on tätig. Und immer wie­der bin ich als Kul­tur­ma­na­ge­rin und Key­note Spea­ke­rin inter­na­tio­nal unterwegs.

In allen „mei­nen“ Berei­chen ist High Per­for­mance ein gro­ßes The­ma und über­all begeg­ne ich der Über­zeu­gung, dass die Men­schen, die vor­ne ste­hen und die Lor­bee­ren ent­ge­gen­neh­men, allein für deren Ver­dienst ver­ant­wort­lich sei­en. Was, kurz gesagt, ein­fach nicht stimmt.

Als Bei­spiel: im Inter­view für mei­nen pod­cast kul­tur­sa­lon mit mei­nem Kol­le­gen Ralph Schu­bert, High Per­for­mance Exper­te, der lan­ge in der For­mel eins gear­bei­tet hat, kam es ein­drück­lich zur Spra­che. Er hat gesagt, dass es zwar so aus­sieht, als wäre der sieg­rei­che For­mel 1 Pilot der Ein­zi­ge, der die­sen Sieg ein­fährt, in Wahr­heit sind aber rund 2000 (zwei Tau­send!) Men­schen an die­sem Sieg betei­ligt. 1000, die sich um die Moto­ren­ent­wick­lung küm­mern und 1000, die sich mit dem Chas­sis beschäftigten.

Ich möch­te euch jetzt ein Bild aus dem Bereich Krea­ti­vi­tät und Kul­tur geben, denn dort ver­hält es sich genau­so. Mein Wunsch wäre, dass die/der geneig­te Leser die­ses Bild in die eige­ne Arbeits­welt übersetzt.

Ein gan­zes Team nähert sich der Her­aus­for­de­rung ein Thea­ter­stück auf die Büh­ne  zu stel­len. Es fin­den sich meist meh­re­re Lösungs­an­sät­ze. An einem Punkt wird ent­schie­den, eine die­ser Lösun­gen umzu­set­zen. Je nach Gen­re steht dann bei der Pre­mie­re ein Mensch oder eine Grup­pe im Fokus bzw. im Schein­wer­fer­licht und ern­tet die Lor­bee­ren. Im Hin­ter­grund haben aber trotz­dem min­des­tens noch ein­mal so vie­le Men­schen gear­bei­tet. Ihre Kunst, ver­netzt zu agie­ren, effek­tiv neue Wege zu gehen oder ein­fach neu­es Den­ken zu wagen, macht eine gute Per­for­mance erst mög­lich. Dabei sind gera­de im Hin­ter­grund alle die betei­ligt, die sich um die Kom­mu­ni­ka­ti­on des Sys­tems mit den Zuschau­ern küm­mern, die auch beden­ken, dass eine gute Über­set­zung in die Vor­stel­lungs­kraft der Rezi­pi­en­ten gelin­gen muss. Dazu gehö­ren die, die das Skript, das Dreh­buch aus­ar­bei­ten, meist nach einer Idee von jemand ande­rem, dann die oder der Regisseur:in, die als das Auge von außen fun­giert. Es gibt die Büh­nen- und die Kos­tüm­bild­ner, damit der gestal­te­te Ort als Akteur bewusst genutzt wird. Da sind dann aber auch noch die Techniker:innen, die sich um das Akus­ti­sche küm­mern, die Licht­de­si­gner, um die Stim­mung zu erzeu­gen, die Musiker:innen, um Gefüh­le hör­bar zu machen. Ja, und dann gibt es da noch die­je­ni­gen, die nach außen kom­mu­ni­zie­ren, damit über­haupt Leu­te davon hören und als Fol­ge im Publi­kum sit­zen. Und noch eini­ge mehr. Egal wie vie­le Men­schen also direkt auch der Büh­ne ste­hen, es ist immer ein gan­zer Tross im Hin­ter­grund tätig, der nie zu sehen ist. Und auch wenn man bei Pre­mie­ren zumin­dest das Lea­ding Team (Regie, Büh­ne und Kos­tüm) beim Schluß­ap­plaus zu sehen bekommt, ist das gesam­te Team deut­lich grö­ßer und unsichtbar.

Über­tra­gen auf Orga­ni­sa­tio­nen und deren Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit kann man fol­gen­des fest­stel­len: gemein­sam „geht mehr“. Ganz ein­fach weil meh­re­re gute Köp­fe bes­ser auch grö­ße­re Kom­ple­xi­tät steu­ern kön­nen, weil mehr Ideen mehr Hand­lungs­op­tio­nen ent­ste­hen las­sen und weil eben min­des­tens eine:r der „Meh­re­ren“ bestimmt eine gute Lösung anzu­bie­ten hat. Oft ist die­se inspi­riert von der Dis­kus­si­on und dem Aus­tausch mit den anderen.

Damit das funk­tio­niert, braucht es etwas, das ich High Per­for­mance Kul­tur nen­ne. Etwas wo das Mit­ein­an­der gut gepflegt wird, sich die Betei­lig­ten ein­brin­gen und mit­ein­an­der agieren.

Kul­tur sind die unge­schrie­be­nen Gesetz­mä­ßig­kei­ten, die jede:r in einer Com­mu­ni­ty kennt und an die sich alle hal­ten. Sie ist immer ein Kon­glo­me­rat von Prin­zi­pi­en, Hal­tun­gen und Wer­ten. Oft ver­ges­sen die han­deln­den Per­so­nen, dass der eige­ne Ansatz nicht der ein­zig mög­li­che oder rich­ti­ge ist. Dann geht das sogar so weit, dass Men­schen glau­ben, dass sie begin­nen, Anders­den­ken­de aus­zu­gren­zen oder anzu­fein­den. Das gip­felt dann in weni­ger kon­struk­ti­ve Model­le, es bil­den sich eher ich-bezo­ge­ne Gemein­schaf­ten, die nicht mehr gestal­te­risch und krea­tiv sind, son­dern abgren­zend und aus­gren­zend agie­ren und allem „Ande­ren“ skep­tisch bis abwer­tend gegen­über­ste­hen. High Per­for­mance gehört dann der Ver­gan­gen­heit an, denn die  gan­ze Kraft wird in die Sys­tem­ab­schir­mung gesteckt statt in Weiterentwicklung.

Was gehört nun aber zu einer gelin­gen­den High Per­for­mance Kultur:

  • Allem vor­an eine Kom­mu­ni­ka­ti­on, die Aus­tausch för­dert und offe­ner Krea­ti­vi­tät den Boden bereitet
  • Ein siche­rer Raum, der Expe­ri­men­te zulässt
  • Die Fähig­keit zuzu­hö­ren, sich selbst und den anderen
  • Die Refle­xi­on, in der trans­pa­rent bespro­chen wird
    • wohin die Rei­se geht
    • was gera­de funk­tio­niert, was nicht
    • „wie“ man arbei­ten möch­te, wie alle Betei­lig­ten in der Arbeit oder im Team agieren
    • dass Feh­ler und „alles was nicht funk­tio­niert“ Teil des Aus­pro­bie­rens sind
    • in der Erfol­ge wert­ge­schätzt werden
  • Eine gehö­ri­ge Por­ti­on Mut, es braucht auch Zuver­sicht ins Gelin­gen und Ver­trau­en, dass nicht ent­täuscht wird.
  • Und ja, soll­te es ein­mal ent­täuscht wer­den, muss es kla­re Prin­zi­pi­en im Umgang damit geben.

 

Zusam­men­ge­fasst kann man sagen, dass High Per­for­mance ein Team­kon­strukt ist und wir uns also gut bera­ten sind, uns in eine Rich­tung wei­ter zu ent­wi­ckeln, in der es um die Kul­ti­vie­rung des Mit­ein­an­der geht, dar­um wie jede:r Teil­neh­men­de eine Rol­le und eine Stim­me hat. Denn: High Per­for­mance ist die logi­sche Kon­se­quenz, wenn die Weis­heit der Vie­len genutzt wird.

Ver­fas­se­rin: 

Karo­la Sakot­nik, MAS MBA; Grün­de­rin Future Skills Farming

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