#36 Frei­tags­blog: Fahrt auf­neh­men — mit fri­schem Wind digital

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Die aktu­el­le Situa­ti­on hat vie­le von uns ohne Vor­war­nung ins Home­of­fice kata­pul­tiert. Anfangs ist es wie Segeln wol­len, ohne zu wis­sen, wie man ein Segel trimmt. Plötz­lich fließt ein gan­zer Arbeits­tag zu Hau­se ohne Pau­sen, sofern wir sie nicht bewusst set­zen. Es gibt kei­ne Zu- und Abrei­se ins Büro, der dem Tag natür­li­che Gren­zen im Sin­ne eines Anfangs und eines Endes ver­leiht. Die ers­ten Messages kom­men schon vor und die letz­ten erst weit nach den übli­chen Büro­zei­ten. Lebens­part­ner und Kin­der sind all­ge­gen­wär­tig und haben ihre eige­nen Auf­ga­ben zu bewäl­ti­gen. Die täg­li­che Ver­sor­gung muss gesi­chert wer­den. Es ist viel auf einmal.

Doch mit der Zeit kommt fri­scher Wind her­ein. Mit zuneh­men­der Früh­lings­wär­me beginnt auch unse­re eige­ne digi­ta­le Welt zu erwa­chen. Anfangs unsi­cher und mit klei­nen Feh­lern und Pan­nen begin­nen Col­la­bo­ra­ti­on-Tools und Video-Kon­fe­ren­zen zuneh­mend natür­lich für uns zu wer­den. Wir sind über­rascht, wie viel auf die­sem Wege mög­lich ist. Der gege­be­ne Anlass min­dert unse­re Hemm­schwel­le und zwingt uns aus der Kom­fort­zo­ne.

Wir ler­nen, dass es auch in der vir­tu­el­len Welt Mode­ra­ti­on braucht und wir mit einem guten Ein­stieg in das Mee­ting eine pro­duk­ti­ve Atmo­sphä­re schaf­fen kön­nen. Eine kur­ze Wort­mel­dung je Teilnehmer*in über ein kürz­lich erleb­tes High­light zu Beginn bei­spiels­wei­se, zeigt rasch, wer anwe­send ist und erhöht die Ener­gie bei allen. Etwas, was wir viel­leicht dann über­neh­men wer­den, wenn wir uns wie­der in einem Sit­zungs­zim­mer phy­sisch gegen­über­sit­zen wer­den. In vir­tu­el­len Bespre­chun­gen eben­so pro­fes­sio­nell auf­zu­tre­ten, durch ent­spre­chen­de Klei­dung bei­spiels­wei­se, sowie die Siche­rung von Ergeb­nis­sen in einem Chat­ver­lauf, wer­den für uns zur neu­en Pra­xis mit ver­trau­ten Elementen.

Der Stress­pe­gel sinkt, nach­dem wir unse­ren Arbeits­tag pas­send struk­tu­rie­ren, auf unse­re Ener­gie- und Leis­tungs­fä­hig­keit ach­ten und Zei­ten ein­hal­ten, zu denen auch das Home­of­fice geschlos­sen bleibt. Eine neue Selbst­be­stim­mung und Selbst­ver­ant­wor­tung tun uns gut. Der Fokus auf Wesent­li­ches ist geschärft, Nice-to-have-Mee­tings wer­den weniger.

Als Mitarbeiter*in gelingt es uns, trotz räum­li­cher Distanz, Prä­senz bei unse­rem Vor­ge­setz­ten zu zei­gen und unse­re Leis­tun­gen sicht­bar zu machen. Als Füh­rungs­kraft liegt der Fokus auf der Beglei­tung und Anlei­tung des Teams in die neue Arbeits­wei­se. Fixe Zei­ten des Aus­tau­sches wie ein Dai­ly Stand-up aus den agi­len Arbeits­for­men stel­len einen wir­kungs­vol­len Schul­ter­schluss sicher.

Spie­le­risch neh­men wir Fahrt auf in der vir­tu­el­len Welt, wir expe­ri­men­tie­ren mit Online-Work­shops und digi­ta­len Kaf­fee­pau­sen. Digi­ta­le Bil­dungs­an­ge­bo­te brin­gen uns wei­ter. Inhal­te wer­den z. B. über Vide­os und Pod­casts, Online-Arti­kel und Blog-Inhal­te erschlos­sen und inner­halb unse­rer Teams wei­ter­ge­ge­ben. Digi­ta­le Unter­stüt­zung erfah­ren wir über tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten wie vir­tu­el­le White­boards oder adhoc-Umfra­gen, die oft sogar kos­ten­los online genutzt wer­den können.

Wir sind ein wenig stolz auf unse­re neu erwor­be­nen Kom­pe­ten­zen und unse­ren erwei­ter­ten Hori­zont. Und auch der Spaß­fak­tor kommt nicht zu kurz, wenn wir unser Aus­se­hen in man­chen Video-Calls mit Apps so ver­än­dern, dass wir vir­tu­el­le Hüte tra­gen oder unse­ren Hin­ter­grund in eine Wüs­ten­land­schaft ver­än­dern. Geburts­ta­ge wer­den noch immer gefei­ert, mit Bil­dern und Sym­bo­len und einem von Her­zen gesun­ge­nen Hap­py Bir­th­day über das Netz. Wir sind getrennt und doch vereint.

Wir wer­den gestärkt aus der Situa­ti­on her­aus­ge­hen, wenn wir uns schritt­wei­se wie­der in unse­ren Büro­räu­men ein­fin­den wer­den. Viel­leicht wird in Zukunft ein höhe­rer Anteil an Home­of­fice blei­ben. Dann haben wir an Fle­xi­bi­li­tät gewon­nen und mehr Wahl­frei­heit.  Wir haben in die­ser Zeit unse­ren eige­nen Digi­ta­li­sie­rungs­grad erhöht. Nach den stür­mi­schen Zei­ten allein auf hoher See, kön­nen wir die erwor­be­nen Schät­ze ber­gen und von unse­ren Erleb­nis­sen berichten.

#chan­ge #fle­xi­ble­wor­king

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